Aufgestanden, Platz vergangen – das sagtest du zu deiner Tochter, nachdem sie von der Toilette zurückkam und ich ihren Platz auf der Bank neben dir besetzt hatte. Ein eigentlich ganz banaler Satz. Und vielleicht sehe ich die Situation im Nachhinein auch ein bisschen durch die rosarote Brille. Trotzdem hat mich diese kurze Begegnung überraschend berührt.
Du saßest am 31.08.2026 zwischen etwa 17 und 18 Uhr im Gang einer orthopädischen Praxis in Sülfeld und wartetest darauf, dass es weitergeht. Deine Tochter war, wie ich erst später bemerkte, gerade kurz zur Toilette gegangen. Ich kam aus einem der Behandlungszimmer und sollte ebenfalls noch warten. Also setzte ich mich neben dich. Deine sympathische Ausstrahlung ist mir dabei sofort aufgefallen.
Als deine Tochter zurückkam, fiel dann der besagte Satz: „Aufgestanden, Platz vergangen“. Ich habe mich sofort entschuldigt, aber deine Tochter reagierte so souverän und aufgeweckt, dass ich wirklich staunen musste. Sie meinte sogar, sie könne auch stehen bleiben. Ich nahm ihr Angebot an und sagte, dass ich wahrscheinlich ohnehin gleich wieder aufgerufen werde. Was dann auch tatsächlich geschah.
Als ich zurückkam, saßest du wieder allein auf der Bank. Ich ging leider an dir vorbei, anstatt mich einfach wieder zu dir zu setzen. Du hast mich dabei noch eine ganze Weile freundlich angelächelt.
Und genau das ist der Moment, bei dem ich im Nachhinein denke, ich hätte mich einfach noch einmal zu dir setzen sollen.
Ich bekomme die Begegnung irgendwie nicht ganz aus dem Kopf und würde mich deshalb sehr über ein Wiedersehen freuen. Nun hoffe ich, dass „Aufgestanden, Platz vergangen“ nicht auch für mich gilt.
Falls du dich wiedererkennst und die Begegnung bei dir ebenfalls einen kleinen Eindruck hinterlassen hat, würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen. Und falls nicht, ist das natürlich genauso in Ordnung. Dann hoffe ich einfach, dass es dir gut geht.